Fußball: Saisonausblick der Ersten Mannschaft

Erstellt: Montag, 05. August 2019 Geschrieben von Michael Göhring

Vor einer schwierigen Serie steht die Erste Fußballmannschaft des SV Concordia Rogätz. Nach einem enttäuschenden zehnten Tabellenplatz in der Saison 2018/19 gibt es nur bedingt Hoffnung auf Besserung. Eine dünne Personaldecke und eine stark einzuschätzende Liga werden den schwarz-weißen vermutlich alles abverlangen.

Der Kader der Concorden musste einen ziemlichen Umbruch über sich ergehen lassen. Lange angekündigt war dabei das Karriereende von Stephan Becker. Einer der renommiertesten Fußballer der letzten Jahre im Altkreis Wolmirstedt konnte in letzter Zeit aufgrund langwieriger Verletzungen immer seltener seinem Hobby nachgehen. In seinen 14 Spielzeiten kam „Becks“ von der Kreisliga bis zur Landesklasse auf 284 Pflichtspiele, in denen er sagenhafte 184 Treffer erzielen konnte. Nicht nur sportlich wird der ehemalige Kapitän, welcher nie ein anderes Trikot getragen hat, seinem Heimatverein fehlen. Planmäßig hat auch Thomas Hadersbeck seine Karriere im Sommer beendet, wobei er zumindest als „Alter Herr“ dem Fußball treu bleiben wird. Sportlich äußerst schmerzhaft sind des Weiteren die Abgänge von Florian Jakubzyk und Pascal Nimtz, welche beide zu ihren Heimatvereinen Germania Tangerhütte und BSV 79 Magdeburg in die Landesklasse zurückkehren. Aufgrund eines Wohnortwechsels hat sich ebenfalls Ali-Reza Mohammadi in Rogätz abgemeldet. Der junge Afghane hatte sich gut beim SVC integriert, wird aber in Zukunft für Nordgermersleben auflaufen.

Dem gegenüber stehen leider nur drei Neuzugänge, welche allesamt aus unteren Ligen den Sprung wagen. Mit Justin Meller (HSV Colbitz), Eric-Marlon Chlasta (SV Heide Burgstall) und Mohamed Said-Addam (SSV Heinrichsberg) kommen aber talentierte junge Fußballer auf den Kapellenberg, welche durch entsprechenden Trainingsfleiß durchaus das Zeug haben sich Stammplätze zu erarbeiten. Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren profitieren die Concorden in diesem Sommer nicht von ihrer hervorragenden Nachwuchsarbeit. Da die B-Jugendlichen nicht wie sonst in den Herrenbereich wechseln sondern geschlossen in die neugemeldete A-Jugend aufrücken, sind diese Verstärkungen aber eher aufgeschoben als aufgehoben. Ein entscheidender Faktor könnte die unterbesetzte Offensive sein. Mit Florian Jakubzyk ist der beste Torjäger der Vorsaison nicht mehr dabei. Ein echter Mittelstürmer fehlt weiterhin im Aufgebot. Ob jemand diese Position ausfüllen kann, bleibt fraglich. Umso wichtiger dürfte eine stabile Defensive im Laufe der Serie werden.

Die vier absolvierten Testspiele endeten gegen stetig stärker werdende Gegner durchwachsen. Konnten die Auswärtsspiele in Burgstall (4:0) und Uetz (2:0) noch ohne Gegentreffer gewonnen werden, gab es zu Hause gegen Colbitz (1:3) und Grieben (2:4) zwei Niederlagen. Die Ergebnisse waren dabei selbstverständlich zweitrangig. Nur waren die Erkenntnisse aufgrund ziemlich durchwachsener Aufgebote auch nur bedingt verwertbar. Dies könnte ein Fingerzeig sein, zu welchen Problemen die dünne Personaldecke im Laufe des Jahres führen könnte.

Für das Trainerteam René Henicke, Daniel Kolberg und Marcel Kleine bleibt die Hoffnung, dass ihre Spieler diesmal vom enormen Verletzungspech der Vorsaison verschont bleiben und ihre privaten Termine auch mehr dem Fußball unterordnen. Dann steckt nämlich auch ausreichend Qualität im Kader. Da man davon ausgehen kann, dass die Kreisliga in diesem Jahr extrem stark und ausgeglichen sein wird, kann die Zielstellung trotzdem erstmal nur heißen, durchgehend Abstand zu den beiden Abstiegsplätzen zu wahren. Ein erster Prüfstein wird die Pokalpartie am kommenden Samstag gegen den Kreisoberligisten Grün-Weiß Süplingen, bevor eine Woche später das erste Punktspiel auf dem Programm steht.

Fazit: Sollte der SV Concordia stetig auf seine Leistungsträger zurückgreifen können, ist eine Verbesserung zum Vorjahr durchaus möglich. Dafür müssen einige Spieler aber auch endlich ihre Einstellung ändern, und ihr Leben so organisieren, dass sie nach Möglichkeit ihrem Hobby, ihrer Mannschaft und ihrem Verein regelmäßig zur Verfügung stehen.

 

 

 

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